Was sind First Responder?

First Responder (zu deutsch: Erst - Eintreffender / Erreichbarer) ist derjenige, der die Zeit vom Notfallereignis bis zum Eintreffen des qualifizierten Rettungsdienstes (Notarzt, Rettungswagen), das so genannte "therapiefreie Intervall", überbrückt.
Konkret heißt dies, dass speziell ausgebildete Kräfte der Feuerwehr für den Rettungsdienst bei bestimmten Notfällen (z.B. bewusstlosen Personen, starken Blutungen, Verkehrsunfällen, Atemstörungen, Herzinfarkt) vorausfahren und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes bereits entsprechende lebenserhaltende Basismaßnahmen durchführen, wie z.B. Herz - Lungen - Wiederbelebung, Sauerstoffgabe, Frühdefibrillation, Lagerung des Patienten usw..


First Responder in Leinach

In der Gemeinde Leinach wird das First Responder System seit dem Jahre 2000 von den beiden Feuerwehren erfolgreich betrieben.

15 ausgebildete First Responder, darunter ein Rettungsassistent und ein Rettungssanitäter aus den Freiwilligen Feuerwehren Oberleinach und Unterleinach stellen auf freiwilliger Basis die Alarmbereitschaft rund um die Uhr für die Gemeinde Leinach sicher.

Über 90 Einsätze im Jahr zeigen, dass das First Responder System eine wertvolle Ergänzung für das bereits sehr gut ausgebauten Rettungssystem der Bundesrepublik Deutschland darstellt.


Die Ausrüstung

    

Aufgrund der hohen Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte für die First Responder Einsätze ein eigens ausgerüsteter VW Bus beschafft werden. Die Anschaffungskosten für das Fahrzeug in Höhe von 7.000,00 Euro wurden komplett aus Spenden finanziert. Der Ausbau zum Feuerwehrfahrzeug wurde in Eigenarbeit durch Mitglieder beider Feuerwehren kostengünstig realisiert. Die angefallenen Kosten für Material (z. B. Blaulichtbalken usw.) wurden von der Gemeinde Leinach übernommen.

Im Fahrzeug sind die Ausrüstungskomponenten der Gruppe optimal untergebracht. Zu der Ausrüstung zählen u. a.:

  • Blutdruckmessgerät mit Stethoskop in verschiedenen Größen
  • Blutzuckermessgerät
  • Absaugpumpe mit verschiedenen Absaugkathedern
  • Pulsoxymeter
  • Beatmungsbeutel mit Masken in drei Größen
  • Sauerstoffinhalationsgerät
  • Komplettes Intubationsbesteck
  • Verschiedene Infusionslösungen mit Zubehör
  • Halskrause sog. Stifneck
  • Schienenmaterial für die Arme und Beine
  • Verbandmaterial
  • Augenspülflasche
  • Schutzhandschuhe und Desinfektionsspray
  • Rettungsdecke
  • Schaufeltrage
  • Defibrillator mit separater EKG-Ableitung 

Die Ausbildung

Voraussetzungen:
Mindestalter 18 Jahre
Abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung i. d. R. Truppmannausbildung

Ausbildung zum First Responder:

72 Std. Sanitätshelfer-Lehrgang in 3 Stufen mit jeweils theoretischer und praktischer Prüfung,
zusätzlich muss alle 6 Monate eine Weiterbildung absolviert werden

Ausbildungsinhalte:

  • Anatomie
  • Physiologie der Vitalfunktionen
  • Erkrankung
    - des Atem– und Kreislaufzentrums
    - des Nervensystems ( Schädel - Hirn - Trauma, Apoplex)
    - des Stoffwechsels ( Diabetes)
  • Erkennen besonderer Krankheiten
    ( z.B. Verbrennung, Vergiftung, Inhalationstrauma, Ertrinken, Stromunfälle)
  • Reanimation
  • Rettungstechniken
  • Verätzungen des Auges
  • Psychologische Betreuung des Patienten 

Die Alarmierung

Wird ein medizinischer Notfall über die Notfrufnummer 112 gemeldet und ein Notarzt alarmiert, wird durch die Integrierte Leitstelle Würzburg automatisch auch die nächstgelegene First Responder Einheit über Funkmeldeempfänger mitalarmiert.

Nach Eingang des Alarms bestätigen die First Responder diesen bei der Integrierten Leitstelle (Leitstelle Würzburg) über den Funkkanal des Rettungsdienstes. Von der Leitstelle erfahren Sie dann den genauen Einsatzort und die gemeldete Lage.

Da das Einsatzgebiet der First Responder Leinach auf die Gemeinde Leinach begrenzt ist, sind die First Responder meist einige Zeit vor dem Rettungsdienst vor Ort und übernehmen die Erstbetreuung des Patienten.

Gute Ortskenntnisse ermöglichen den First Respondern zusätzlich die Einweisung des Rettungsdienstes. 


Die Finanzierung

Anders als der Rettungsdienst erhalten die Feuerwehren für Ihre Tätigkeit als First Responder keinerlein Mittel von den Krankenkassen oder dem Freistaat Bayern. Sie üben Ihren Dienst als freiwillige Tätigkeit aus.

Stellt sich die Frage wer die Kosten für dieses sehr erfolgreiche Konzept trägt. Die Antwort ist schnell gefunden. Die Kostenlast bleibt bei den Kommunen als Träger der Feuerwehren hängen.

Auch in Leinach ist das so. Wie oben schon erwähnt wurde ein Teil der Ausrüstung, unter anderem der VW-Bus, aus Spenden finanziert. Den Rest hat die Gemeinde Leinach finanziert.

Um die Ausrüstung immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen und Teile zu ergänzen ist die HVO-Gruppe der Leinacher Feuerwehren immer auf Spenden angewiesen.

Auch Sie können Ihren Beitrag dazu leisten das in Leinach ein effizientes und erfolgreiches System noch besser wird.

Unser Spendenkonto:

Kontonummer: 109 810 218
Bankleitzahl: 790 900 00
Institut: VR-Bank Würzburg

Selbstverständlich erhalten Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.

 

 

 

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26.08.2017, 18:44 Uhr
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